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Geschichte


Lichtenberg um 1790, auf dem 50 Pf.- Geldschein von 1927

Historischer Überblick

Die beiden ehemaligen Bezirke Lichtenberg und Hohenschönhausen bilden seit dem ersten Januar 2001 den elften Bezirk Berlins. Der gemeinsame Name lautet „Bezirk Lichtenberg von Berlin“. Der am östlichen Rand der Innenstadt gelegene Bezirk Lichtenberg vereint Tradition mit günstigen Standortbedingungen für Gewerbe, Dienstleistungen und Handel.

Lichtenberg kann auf eine mehr als 700-jährige Geschichte zurückblicken und ist aus ehemals selbständigen Ortskernen (Lichtenberg, Rosenfelde/Friedrichsfelde, Karlshorst und Rummelsburg) entstanden.
Das Dorf Lichtenberg wurde im Jahre 1288 erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt Berlin erwarb 1391 den Ort mit Vorwerk und führte ihn als Kämmereidorf.


Am Storkower Bogen

Alt Friedrichsfelde heute

Seit 1432 war Lichtenberg gemeinsamer Besitz der Städte Berlin und Cölln. Nach 1871 entwickelte sich das Dorf zum Industriestandort. Lichtenberg erhielt 1907 das Stadtrecht und bildete ein Jahr später einen selbständigen Stadtkreis. Im Jahre 1920 wurde Lichtenberg als ein Verwaltungsbezirk in die Stadt Berlin eingemeindet.


Nach 1920 setzte eine neue Qualität der Städtebaulichen Gestaltung ein (Bauordnungen, Bauzonenplanung, Freiflächenplanung). Sie fand ihren Ausdruck in der Reduzierung der Mietskasernen, der stärkeren Ausprägung architektonischer Besonderheiten und der zunehmend lockeren Bebauung mit viel Grün. Lichtenberg entwickelte sich zu einem attraktiven Bezirk.
1979 erfolgte die Ausgliederung der Ortsteile Marzahn, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Hellersdorf, in deren Ergebnis die selbständigen Bezirke Marzahn und Hellersdorf gebildet wurden.

 

Die 60er bis 80er Jahre waren im Bezirk durch umfangreiche
Bautätigkeit zur Errichtung von Wohnungen bestimmt.
Geschlossene Neubaugebiete, wie z. B. am Fennpfuhl, in der
Sewanstraße (ehemals Hans-Loch-Viertel), in der Straße am
Tierpark, am Rosenfelder Ring und entlang der Frankfurter Allee,
prägen auch heute noch das Stadtbild von Lichtenberg.

Der ehemalige Bezirk Hohenschönhausen entstand 1985 im Zuge
der Errichtung von Neubaukomplexen aus bis dahin zum Bezirk
Weißensee gehörenden Ortsteilen. Auf den ehemaligen Riesel-
 

 


Hochhaus Zingster Str.
feldern entstanden 30.000 Wohnungen vorwiegend in Plattenbauweise.
Zum Bezirk gehören die aus dem 13. Jahrhundert stammenden Dörfer Falkenberg
(1370), Malchow (1344) und Wartenberg (1375). Der Ortsteil Hohenschönhausen geht auf ein 1356 erstmals urkundlich erwähntes Dorf zurück.
Im Verlauf der stadtgeschichtlichen Entwicklung sind in Lichtenberg Teilräume gewachsen und haben ihr spezifisches Erscheinungsbild ausgeprägt. Lichtenberg besitzt keinen Ortskern mit Zentrumscharakter. Das Lichtenberger Rathaus, ein roter neogotischer Verblendziegelbau an der Möllendorffstraße, wurde 1898 eingeweiht.

Heute ist der Bezirk Lichtenberg ein zukunftsträchtiger Standort für die Ansiedlung von industrieller und gewerblicher Produktion sowie von Dienstleistungen. Unternehmer finden ein günstiges Investitionsklima und vielfältige Möglichkeiten für ein nachhaltiges Wachstum.
Die Wirtschaft des Bezirkes ist gegenwärtig vorwiegend geprägt von kleinen und mittelständischen Unternehmen unterschiedlichster Branchen der gewerblichen Produktion sowie verschiedener Dienstleistungsbereiche.

 

Lichtenberg

1288
Dorf Lichtenberg erstmals urkundlich erwähnt
1391
Berlin erwirbt den Ort mit Vorwerk und führt ihn 400 Jahre als
Kämmereidorf
1871
Entwicklung des Dorfes Lichtenberg zum Industriestandort
1907
Verleihung des Stadtrechts an Lichtenberg
1908
Bildung eines selbständigen Stadtkreises
1912
Eingemeindung der Landgemeinde Boxhagen-Rummelsburg (11.000 Einw., entstanden 1889)

Karlshorst

1820
Ortsteil Karlshorst entwickelt sich aus dem gleichnamigen, auf der Friedrichsfelder Feldmark gelegenen Vorwerk
1825
Karlshorst erhält seinen Namen durch Gründer Carl von Treskow
1894
Errichtung einer Hindernisbahn für Pferderennen in der Wuhlheide – der heutigen Trabrennbahn Karlshorst

Friedrichsfelde

1265
Erstmalige Erwähnung des Dorfes Rosenfelde, des späteren Ortsteils Friedrichsfelde
1391
Rosenfelde fällt Berlin durch Kauf zu
1698
Beschlagnahmung des auf dem Vorwerk Rosenfelde entstandenen Gutes durch Friedrich den III. und Umbenennung in Friedrichsfelde
1881
Anbindung des ländlich geprägten Gebietes an die Eisenbahn und in der Folge Einsetzen reger Bautätigkeit
1920
Stadt Lichtenberg wird 17. Bezirk des neu gegründeten Groß-Berlin (zusammen mit Dörfern Friedrichsfelde, Kaulsdorf, Mahlsdorf, Marzahn, Biesdorf und Hellersdorf)
1938
Westlich der Ringbahn gelegene Teile der ehemaligen Landgemeinde Boxhagen-Rummelsburg fallen an Bezirk Friedrichshain
1979
Lichtenberg besteht aus drei Ortsteilen: Lichtenberg, Karlshorst und Friedrichsfelde

Hohenschönhausen

1356
Erstmalige urkundliche Erwähnung des Dorfes Hohenschönhausen
1890
Erwerb des im 15. Jhd. entstandenen Rittergutes durch den Aachener Bankier Henry Suermondt
1897
Hohenschönhausen wird durch Straßenbahn mit dem Stadtzentrum verbunden
1985
Entstehung des eigenständigen Bezirkes Hohenschönhausen aus bis dahin zu Weißensee gehörenden Ortsteilen im Zuge der Errichtung von Neubaukomplexen

Falkenberg

1370
Erstmalige urkundliche Erwähnung eines Dorfes Valkenberg, auf das der Ortsteil Falkenberg zurückgeht
1875
Erwerb des Dorfes Falkenberg durch Stadt Berlin zur Nutzung als Stadtgut und Rieselfeld

Malchow

1344
Dorf Malchowe (das heutige Malchow)wird erstmalig urkundlich erwähnt
1705
Erwerb des Dorfes durch Friedrich I.
1882
Berlin erwirbt die Feldmark als Rieselfeld

 

Wartenberg

1270
Ein Bernhardus de Wardenberge urkundlich belegt
1375
Ursprungsdorf von Wartenberg wird erstmals im Landbuch von Kaiser Karl IV. erwähnt (Entstehung wahrscheinlich jedoch bereits vor 1250)
1883
Stadt Berlin kauft Dorf und Feldmark zur Nutzung als Rieselfeld
1928
Entstehung des heutigen Wartenberg - jedoch nicht in unmittelbarer Nähe des alten Dorfes und z. T. über die Stadtgrenze hinaus - als Neu-Wartenberg


2001 Entstehung des elften Berliner Stadtbezirkes „Lichtenberg von Berlin“ aus den ehemaligen Bezirken Lichtenberg und Hohenschönhausen

Siehe Statistisches Landesamt Berlin, Berliner Statistik, Die zwölf Bezirke Berlins, Statistisches Taschenbuch 2001, S. 26/27